06.10.2026: Zwischen Fürsorge und Selbstaufgabe – Wie man für die Eltern da ist, ohne das eigene Leben aus dem Blick zu verlieren

Rollen kehren sich oft schleichend um: Die Menschen, die uns einst Halt gegeben haben, benötigen plötzlich selbst Hilfe. Wenn die eigenen Eltern älter und gebrechlicher werden, stehen erwachsene Kinder vor großen emotionalen Herausforderungen. Auch wenn die Entscheidung für den Einzug in ein Wohn- und Pflegezentrum getroffen wurde, hört die Belastung häufig nicht auf. Im Gegenteil: Zur Sorge um die Eltern gesellt sich nicht selten ein schlechtes Gewissen.

Viele Angehörige plagen Schuldgefühle. Sie fragen sich, ob sie genug tun, oder fühlen sich schlecht, weil sie ihr eigenes Leben weiterleben. Doch wer sich selbst vor lauter Vorwürfen verliert, kann auch für die Eltern kein stabiler Rückhalt mehr sein.

Genau hier setzt ein besonderes Angebot im Rahmen der Woche der mentalen Gesundheit an. Ziel ist es, die Tabus rund um Schuldgefühle zu brechen und den Blick wieder stärker auf die eigene mentale Gesundheit zu richten.

Im Wohn- und Pflegezentrum Sankt Elisabeth in St. Vith gestalten Gabi Loslever und Petra Kohnen, Mitarbeiterinnen des Mobilen Teams für Senioren im BTZ (Beratungs- und Therapiezentrum), den Abend. Dabei werden unter anderem folgende Themen behandelt:

  • Schuldgefühle abbauen und die neue Rolle als begleitende Angehörige oder begleitender Angehöriger annehmen.
  • Gesunde Grenzen setzen, um Kraft für die gemeinsamen Momente zu bewahren.
  • Die eigene mentale Gesundheit stärken und Warnsignale chronischer Erschöpfung frühzeitig erkennen.

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich nicht nur an Angehörige, deren Eltern bereits in einem Wohn- und Pflegezentrum leben, sondern an alle, die ihre älter werdenden Eltern begleiten und erleben, dass diese zunehmend Unterstützung oder einen höheren Betreuungsbedarf haben.

Die Teilnahme bietet Raum für Information, Austausch und neue Perspektiven – damit Fürsorge für andere nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit geht.

  • 18:00 – 20:00 Uhr, im WPZS Sankt Elisabeth, Klosterstr. 9, St. Vith
  • Organisator: BTZ Beratungs- und Therapiezentrum
  • Die Teilnahme ist kostenfrei.